Anfang September 2025 verliess uns mit Marius Imholz ein langjähriges Mitglied des Schweizer Jugendchors. 2017 stiess er zum SJC. Nach acht Jahren geht Marius nun verdient in den Konzertchor-Ruhestand. Wir danken Dir von Herzen für deinen langen Einsatz und freuen uns, dich weiterhin im Sinfonischen Chor zu begrüssen!
Der folgende Text ist Marius' viersprachige Abschiedsrede an den Chor, die er an den Bachwochen 2025, seinem letzten Einsatz im Konzertchor, vortrug. Sie ist hier in fast unveränderter Form abgedruckt. Damit möchte er auch jenen Mitgliedern danken, die den Chor bereits vor ihm verlassen haben.
«Liebe Sängerinnen und Sänger des SJC, chères amie:s, cari membri del comitato, char Nic e charas assistentas:
Normalerweise halte ich mich bei Ansprachen kurz, weil ich “mer Gott vor Ouge häbe", ma oggi, va prendere il mio tempo, perché ho delle cose a dire a voi tutti e tutte. Mi dispiace in anticipo, ma tutti voi dovete passare attraverso questo indirizzo. J'ai préparé nombreuses pages, alors prenez une bière et rendez vous confortable.
Ich hatte während nun fast 8 Jahren das Privileg, im Schweizer Jugendchor mitzusingen. Zu meiner Person muss ich euch nichts erzählen, denn in diesen vielen Jahren bin ich weit gekommen: Aus dem anfänglichen “Du frogsch mi, wär I bi" wurde nach und nach “Itz weissi, wär du bisch" und zuletzt “Wisst ihr, wen ich meine?ˮ
Quest'onn era mes ultim onn en il chor svizzer da giuvenils da concerta, e damai, igl è veritabel che tuot las bunas chaussas ston finir, era mes temp en il chor. Jau discur mumentan rumantsch perquai che jau sun da l'opiniun ch'il chor dua esser avert per tuots ils umans giovenils da tuot la Svizra, independentamain da la lingua, da la religiun, da l'identitad sexuala, da la derivanza u da las opiniuns persunalas. Jau m'hai ditg avant onns, cura che jau hai surpiglià l'emprima giada la responsabladad dal di d'avair discurrì ina giada en tut las quatter linguas naziunalas. Èsi per mai in grond giavisch. In giavisch, che hai jau ussa in quest moment, ademplì.
Wenn ihr das jetzt gerade nicht verstanden habt, habe ich noch einen Satz nachzuschieben, der mir seit Jahren auf der Zunge liegt: En tudaisch-tg ed en franzos, e la chaussa adualmain. Auf Döitsch und Französisch ös ist dasselbö. Pendant ces 8 années, j'ai aussi perdu l'innocence “linguistik dü fronsä fédéralˮ et trouvé la puissance bilingue d'un vrai suisse. Je me ne demande plus c'est quoi un pain des montagnes et pourquoi Nic ne dirige pas avec une baguette de diriger et ou les francophones ils trouvent le temps d'aller dans les boulangeries pour tous ses pains.
Ich durfte mit euch viele tolle Erinnerungen schaffen, angefangen bei Fragen wie “Warum ist das Lischt gögebön den Mühseligönˮ, über schleppy Bois, etlichen verpassten Morgenproben, bunten Abenden voller Schabernack und Tollerei, zu viele Dortmunds, die mich atemlos durch die Nacht begleiteten, bis hin zu historischen Ziegelsteinen, die aus dem Weg (und in einen gewissen Assi-Koffer) geschafft wurden. Vor allem sind es aber eure Freundschaften, eure Herzlichkeit, euer Humor und eure Liebe, die mir lange bleiben werden und mich ins nächste Lebenskapitel ohne Konzertchor begleiten werden.
Je vais dire des mots sur l'EJCF 2023. Ceux de vous qui étiez là à Bâle, vous avez vu comment j'étais dans tout ce stresse. Pendant une semaine, j'ai travaillé huitante(!) heures. Il y a eu plein des problèmes à résoudre, et pas plein de temps et énergie pour faire ça. Je n'exagère pas si je dis que c'était la semaine plus dure de ma vie. Et vous, en marchant devant mon bureau de triage, vous avez vu que je me ne sens pas bien. Vous êtes venues, vous m'avez pris dans vos bras et avez dites des mots empathiques. Vous étiez mes sauveurs dans cette nuit qui étais l'inverse d'une nuit brillante. Vos étreintes et votre amitié m'ont donné la lumière de continuer à battre les démones, satyresses, ogresses, babaïagas, centauresses, diablesses, diablots, diablotins, goules, farfadettes, larves, nymphes, myrmidones, hamadryades, dryades, naïades, ménades, thyades, follettes, lémures, gnomides, succubes, gorgones et gobelines qui s'ont cachés dans le bois du monde EJCF. Je suis sérieux : Je ne sais vraiment pas si je serai capable à poursuivre cette semaine sans vous, et c'est pourquoi je veux dire un énorme merci de la plus profondeur de mon cœur a vous toutes.
Wenn ich schon am Verdanken bin, gebührt nicht nur den Mitgliedern ein grosses Danke, sondern auch an Nic. Du hast mir extrem viel beigebracht und mich dazu animiert, immer wieder über meine vermeintlichen Limits zu gehen. Ich weiss noch, wie ehrfürchtig ich am Vorsingen vor der dreiköpfigen Jury im November 2017 im regnerischen Aarau wie bei DSDS auf der Bühne stand und dachte “OH GOTT, de gseht denn bös us, grad wie em Tüfel abem Charre ghiitˮ. Zum Glück konnte ich trotz Herz in der Hose auch das bringen, was du hören wolltest: ein tiefes C. In den Monaten und Jahren darauf durfte ich dich besser kennenlernen, und meine Angst ablegen, vielleicht auch etwas zu sehr: ich war auch mal sehr ein frecher Bueb zu dir und kam prompt heftig, aber verdient, auf den Deckel. Danke auch für deine vielen unvergesslichen Sprüche, die sich mir im Hirn und in meinen Noten festgebrannt haben: nach der Fermate am Schluss von Mozarts Kyrie steht in meiner Partitur “Ich hau dir die Fresse ein', ein anderes Beispiel ist beispielsweise auch “Zum Beispiel ein Beispiel', “mehr OOmpf' in der Tiefe oder “Höm!' und die “spooky time' im danse macabre. Und die vielen Male, als du uns Bassi angefaucht hast, dass es eben nicht där Mond däs Nachts ist, gefolgt von einem “Wie oft muss ich es denn noch sagen?'. Und wie könnte ich deine Taube auf Speed vergessen: “[vuæˑB:]"! Zu guter Letzt muss ich noch anfügen, was ich denke wenn eine Probe ohne dich stattfindet, wie teilweise dank der DB: "Leute....wer hat meinen Dirigenten geklaut?" Ich danke dir, lieber Nic, aufrichtig für die unzähligen Dinge, die ich bei dir lernen durfte, für deinen un-FASSBAREN Einsatz für den Schweizer Jugendchor, und last but definitely not least, für deine Freundschaft. Ich liebe es, unter deiner Leitung zu singen und freue mich auf viele weitere Sinfchor- und Leonardo-Projekte unter deiner Ägide.
Je veux dire aussi merci au tous et toutes les assistantes, qui m'ont accompagné pendant ces huit ans: Deborah, Chiara, Lea, Lydiane, Beni et, naturellement :
ALBAN!!!! Merci à Alban, qui une fois à Visp à me fait réaliser quelque chose sur ma prononciation français. Dans une répétition des voix d'hommes, dans le “chanson à boire" du Poulenc, les basses 2 ont chanté trois fois “sur les charmes les plus pouissant!", et trois fois Alban a nous corrigé, sans faire une différence. Après la troisième fois, il avait eu plus de la patience, et chaque basse 2 a dû chanter la phrase seule. Tous ont chanté “puissant" un après l'autre, et moi, en s'assoyant à la plus gauche, j'ai déjà réalisé avant d'être fini, que c'était moi qui chantais “pouissant", et un running gag éternel étais né. Mais ce moment m'a donné l'énergie et l'ambition d'améliorer ma prononciation française. Maintenant j'ai l'impression que c'est mieux, et c'est tout grâce à Alban, merci encore.
Danke Deborah, für deine Geduld, als ich am Anfang sehr nervig jeden logistischen Fehler der Assis oder des Vorstands bemängelte. Ich muss furchtbar konträr und hässig herübergekommen sein, aber du wusstest damit umzugehen und meinen Frust in konstruktives Feedback für den Chorbetrieb umzuwandeln.
Grazie anche a Chiara per la sua energia e gioia nella musica. Mi ricordo molti canti mattutini, grazie ai quali riuscivo a iniziare la giornata piena di energia, nonostante a volte avessi un gran mal di testa a causa dei postumi della sbornia e dell'alcool.
Danke auch Lea, für deine tolle Zusammenarbeit, wenn ich wieder einmal die Tagesverantwortung innehatte, für deine Herzlichkeit und dass ich am Hochzeit deines Bruders singen durfte. Ich fühlte mich selbst fast wie ein Alt-Assistent, als du angefangen hattest und mich oft Dinge bezüglich der Midifiles und des Chores befragt hast. Grosspapi weiss ebe no wies früecher gsi isch!
Merci à Lydiane, aussi à toi je suis obligé pour l'état de mon français. Car quand tu es entré dans le chœur en 2022, j'ai réalisé qu'on a plein des choses en commun : Nous avons faits une diplôme chef:fe du chœur à temps partiel et nous avons les deux des partenaires plus vieux que nous. Et je voulais discuter sur ça avec toi, mais il y a eu une barrière linguistique, alors on doit parler l'autre langue, faire des fautes, et apprendre de ces fautes.
Danke an Beni, für deinen Einsatz für den Chor, du bringst eine grossartige Energie und…wie soll ich sagen, ein gewisses «Schöner sä Gwua»!
Ich bin auch den restlichen Mitgliedern des Vorstands sehr zu Dank verpflichtet, nicht zuletzt Daniel, der als Chorpapi den Titel von Doris übernommen hat. Allen Spass zur Seite: Daniel hat ein echtes Elefantengehirn und vergisst nie etwas, vor allem nicht, wenn man motzt. Ich hatte vielleicht zwei- oder dreimal im Jahr 2020 erwähnt, dass ich ein Sandwich oder die Portionengrösse irgendwo zu wenig oder zu klein fand. Seither fragt er mich nach jedem einzelnen Essen, bei dem er dabei ist, ob ich auch ja genug bekommen hätte. Danke dir für die Fürsorge, die du für jedes einzelne Mitglied an den Tag legst, und deinen unermüdlichen Einsatz im Tagesgeschäft des Vereins.
So, jetzt habe ich genug von eurer Zeit in Anspruch genommen, aber nach fast 8 Jahren finde ich, darf ich das. Es waren unheimlich schöne 8 Jahre, und ich werde den Chor, die Erinnerungen und euch alle für immer in meinem Herzen behalten. «Wendet sich der Stein auch um in tiefer Flut, weiss ich, dass die Jugend doch kein Gleiches tut».
Et maintenant mon voyage de vie se continue sans le chœur suisse de jeunes - le chœur du concert, néanmoins. Je me réjouis énormément de pouvoir chanter encore (au moins) deux printemps gais, deux étés bisexuels, trois automnes non-binaires et aussi trois hivers hétéros dans le chœur symphonique.
Et si je vais voire certains de vous dans un autre contexte, mon bateau s'en va vers vous. Je vous aime tous et tout:es, chaq'un et chaq'une, tous qui sont ici, tous ceux qui ont déjà parti, et maintenant il me reste seulement une chose à dire :
Alura, per conclusiun a me resti pü ramaing auncha üna chaussa ad agiundscher: « Ün nuov di vain sur la terra », sur la terra dal cor, e quist nuov di è, finalmaing, ün di sainza me. Eira il plü grond plaschair da faivʼla part da cor svizzer da giuventüna. Merci merci merci pour votre amitié ! Grazie per questi otto anni! Danke für alles! Grazcha fich per tuot!»